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Équipe tricolore

Equipe tricolore: Prestigeduell gegen Italien

So, es steht mal wieder ein Länderspiel an. Heute Abend wird die französische Nationalmannschaft in Parma auf die „Squadra Azzurra“ treffen – natürlich ein ganz besonderes Spiel für die beiden Nachbarn. Obwohl es sich nur um ein Freundschaftsspiel handelt, gab es doch relativ viel Aufregung im französischen Lager in Clairefontaine. „Der Footix“ schaut auf einige „Baustellen“ rund um die „Equipe tricolore“.

Klar, man braucht nicht lange zurückzublicken, um zu wissen, dass es sich für die „Bleus“ um ein ganz besonderes Spiel handelt. Man denke nur an das WM-Finale 2006, das Frankreich verlor und bei dem Spielmacher Zinédine Zidane, der selbst fünf Jahre in der Serie A bei Juventus spielte, mit Rot vom Platz flog. Unvergessen sein Kopfstoß gegen Marco Materazzi, und das im letzten Spiel seiner Karriere. Was hatte Materazzi dem französischen Ausnahmespieler ins Ohr geflüstert, dass er so ausrastete? Das war wohl eine der meist diskutierten Fragen im Sommer 2006.

Wie in Bronze gegossen

Sechs Jahre später kann man wohl mit Recht behaupten, dass der Kopfstoß vom 9. Juli 2006 einen der prägendsten Momente der sportlichen Beziehungen zwischen Italien und Frankreich darstellt. Nicht umsonst wurde diesem symbolträchtigen Augenblick jetzt auch ein – naja sagen wir mal – Denkmal gesetzt. Und zwar vor dem Pariser Centre Pompidou. Eine mehr als fünf Meter große Bronzeskulptur des algerischen Künstlers Adel Abdessemed steht nun vor der „Raffinerie“, wie das Centre Pompidou auch genannt wird. Sie erinnert die Franzosen und Französinnen tagtäglich an das im Elfmeterschießen verloren gegangene Finale und das unwürdige Karriereende des wohl größten Fußballers, den die Grande Nation jemals hervor gebracht hat.

„Coup de boule“ – Die umstrittene Statue des algerischen Künsters Adel Abdessemed, Flickr / multimediaimpre

Klar, dass die schlicht „Coup de boule“, („Kugelstoß“ bzw. „Kopfstoß“) benannte Skulptur auch provoziert. Allerlei negative Reaktionen, ob vom Präsidenten des nationalen Fußballverbands FFF, Noël Le Graët, weiteren Fußballfunktionären, oder von in- und ausländischen Passanten. Philippe Alain Michaud, der Kurator der bronzenen Darbietung, die noch bis zum 7. Januar die „Piazza de Beaubourg“ verziert, versteht die ganze Aufregung nicht. Gegenüber „Le Monde“ sagt er: „Die Statue widersetzt sich der Tradition, die daraus besteht, Statuen zu Ehren bestimmter Siege zu errichten. Sie ist eine Ode an die Niederlage.“

Andere wollen von einer „Ode an die Niederlage“ nicht viel wissen: Marcel Ramirez spricht in einem Kommentar auf den Diskussionsseiten des „Nouvel Observateur“ dann auch lieber davon, dass Zidanes Geste die „Unmöglichkeit aufzuhören“ ausdrücke. Wie auch immer man es fasst, Gefahr laufen, dass wir diesen symbolischen Moment des französischen Fußballs zu schnell vergessen, laufen wir wohl auch nach Abbau der Bronzestatue nicht.

Verständnisprobleme wider Willen

In Parma wird um 20.50 Uhr aber nicht der Kopf gestoßen, sondern gegen den Ball getreten. Und da sorgte mal wieder Bayern-Ausnahmekönner Franck Ribéry für Aufsehen. Dabei ging es um die wichtige Frage, ob der ehemalige OM-Akteur Bayern München oder die „Equipe tricolore“ mehr „liebe“. Zunächst wurde der Linksaußen mit den Worten zitiert, Bayern „ist für mich wichtiger als die Nationalmannschaft“. Diese Aussagen, die der Bayern-Star am Sonnabend nach dem Sieg gegen Eintracht Frankfurt gegenüber dem Bezahlsender Sky tätigte, blieben natürlich auch der französischen Presse nicht verborgen.

Einen Tag später wurde dann zurückgerudert: Der 29-jährige Mittelfeldspieler führte Sprachprobleme als Ursache für die missverstandenen Aussagen an: „Vielleicht beherrsche ich die deutsche Sprache noch nicht gut genug, um die Dinge klar zu sagen. Aber es ist offensichtlich – im Gegensatz zu dem, was man mir in den Mund legen möchte – dass ich die Bayern nicht der Nationalmannschaft vorziehe, nicht mehr als andersherum. Es ist lächerlich, die beiden einander gegenüber zu stellen und miteinander zu vergleichen.“

Auch sein Berater Jean-Pierre Bernès und Didier Deschamps sprangen Ribéry zur Seite und entdramatisierten. Die Bayern seien eben „sein täglich Brot“, wie der Nationaltrainer meinte. Also alles halb so wild. Und Willy Sagnol, der früher auch gerne mal in Lederhosen auflief, lobte Ribéry in den höchsten Tönen: „Franck kann sein Bestes geben weil er im Kopf frei ist. Er spielt in der Equipe Tricolore auf einem Niveau wie noch nie.“

Na dann kann ja „endlich Rache genommen werden“, an Italien, versteht sich…

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